Vom Fotoapparat ins Head Office
Angefangen habe ich 2003 als Fotografin, später als Regional Managerin für tilllate Bern – parallel zu einer befristeten Stelle in der Bundesverwaltung. Als der Vertrag dort endete, wechselte ich Vollzeit ins Head Office nach Adliswil: Angestellte Nummer zwei, zuerst als administrative Hilfe. Von da an habe ich praktisch alle Stationen durchlaufen, die diese Firma zu bieten hatte – Administration, Marketing, Sales, Produktentwicklung.
Fürs Produkt habe ich mich früh interessiert. Ich konnte beliebte Funktionalitäten im Frontend wie im Backoffice prägen – dem Backoffice, das ich vorher jahrelang selbst benutzt hatte. Es gibt keine bessere Produktschule, als die eigenen Werkzeuge zu bauen.
Das Produkt: zwei Relaunches in einem Jahr
Ab Ende 2008 war ich offiziell Produktmanagerin Website & Traffic – verantwortlich für Produktkonzepte, Priorisierung und nebenbei für SEO: Suchmaschinen-Platzierung, Backlink-Aufbau über strategische Partnerschaften. 2009 kamen die zwei Grossprojekte, an denen ich beteiligt war: der Relaunch 2.0 von tilllate.com im Juni und der neue Veranstalterbereich im Oktober. tilllate bekam unter mir nochmal ein richtiges Facelift.
Expansion: mit der Kamera zurück auf den Boden
Einen Grossteil meiner Zeit habe ich die Expansion ins Ausland begleitet – mehrere Monate vor Ort in Deutschland, ebenso in UK. Country Manager ausbilden, Fotograf:innen rekrutieren, Backoffice-Prozesse schulen – und zwischendurch selbst wieder am Fotoapparat, wenn Groundwork nötig war. Wer Prozesse schult, die er selbst jahrelang benutzt hat, sieht sofort, wo sie effizienter werden können.
Am Ende war tilllate in über zehn Ländern aktiv, mit mehreren hundert Fotograf:innen im Netzwerk und bis zu achtzig Leuten im Head Office. Eine der fünf meistbesuchten Websites der Schweiz – aufgebaut aus einem kleinen Büro heraus.
Das Glashaus: Ende einer Ära
Tamedia stieg ab 2007 schrittweise ein. Von innen war die Übernahme schleichend – als Mitarbeitende hat man sie kaum gespürt. Richtig real wurde sie im Herbst 2009 mit dem Umzug ins Glashaus. Für mich war das das Ende einer Ära: Nach sechs intensiven Jahren brauchte ich eine Verschnaufpause – und durfte meine Rolle in die fähigen Hände von Mathias Bamert übergeben. Zwei der drei Gründer waren zu dem Zeitpunkt bereits weitergezogen.
Full circle, 23 Jahre später.
Im Juni 2026 ist meine Firma sinnhaft an den Limmatquai gezogen – zu mühlemann+popp, der Agentur, die Silvan Mühlemann und Markus Popp – zwei der tilllate-Gründer – nach ihrer Zeit beim Partyportal erfolgreich aufgebaut haben. Dort arbeiten mit Christian Hagmann und Marc Challandes weitere Gesichter von damals – und Mathias Bamert, dem ich 2009 meine Rolle übergeben habe, ist heute im Mandatsverhältnis ebenfalls für sinnhaft tätig. Bei der Beteiligung bontique (gegründet von Roman Ackermann und Robin Frei) sitzt zudem Lars Hvid in der Geschäftsleitung. Die Kontakte aus dem kleinen Büro von 2003 haben 23 Jahre gehalten.
Zahlen und Daten: Wikipedia: tilllate.com · Werbewoche, 2.2.2009 · Kleinreport, 2010 · Arbeitszeugnis tilllate Schweiz AG, November 2009.